Anfang Dezember 2025 ist an der TUM eine neue Initiative des Gender Equality Office in Kooperation mit den ZONTA-Frauen erfolgreich gestartet. Das Projekt, gefördert über die TUM Future Learning Initiative, setzt sich mit innovativen Lern- und Beteiligungsformaten gegen Frauenaltersarmut und für finanzielle Unabhängigkeit ein. Aktuell vertiefen Studierende gemeinsam mit Frauen aus der ZONTA-Community diese Themen in einer intensiven Projektwoche, in der konkrete Ideen für mehr Chancengerechtigkeit entstehen.
„Finanzielle Unabhängigkeit ist eine Grundvoraussetzung für gleichberechtigte Lebenswege. Mit dieser Initiative möchten wir Studierenden ermöglichen, sich frühzeitig mit strukturellen Ungleichheiten auseinanderzusetzen und gemeinsam mit erfahrenen Frauen konkrete Lösungsansätze zu entwickeln“, betont Dr. Daniela Schwarz, Frauenbeauftragte der TUM.
Kick-off im Dezember 2025: Austausch statt Frontalvortrag
Beim Kick-off-Event kamen Studierende, international Lehrende und ZONTA-Mitglieder erstmals im Rahmen des Kooperationsprojekts „Gemeinsam gegen Armut von Frauen und für finanzielle Unabhängigkeit“ zusammen. In Keynotes und moderierten Diskussionsrunden wurden Ursachen und Folgen von Frauenaltersarmut, Unterbezahlung sowie struktureller Benachteiligung – insbesondere im Kontext von Teilzeit – beleuchtet und erste Lösungsansätze diskutiert.
Der Auftakt setzte bewusst auf dialogische Formate: Studierende erhielten früh Einblicke in die Lebensrealitäten älterer Frauen und konnten das Thema als gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgabe einordnen. Gleichzeitig machte die internationale Vernetzung im ZONTA-Netzwerk deutlich, dass finanzielle Ungleichheit von Frauen kein nationales, sondern ein globales Problem ist.
Projektwoche: Co-Creation mit der ZONTA-Community
In der aktuell laufenden Projektwoche arbeiten interdisziplinäre Studierendenteams gemeinsam mit Frauen aus der ZONTA Community an praxisnahen Projektideen gegen Altersarmut und Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt. Der Co-Creation-Ansatz steht dabei im Mittelpunkt: Lösungen werden nicht für, sondern gemeinsam mit betroffenen und engagierten Frauen entwickelt.
Zum Programm gehören Storytelling-Formate, in denen Frauen ihre Erwerbsbiografien, Brüche und strukturellen Hürden teilen, ebenso wie Workshops zur Bedarfsanalyse und Ideenentwicklung. Ergänzt wird die Projektwoche durch gezielte externe Impulse aus der Praxis: Als Input-Rednerin war Dr. Marie Gabel, geschäftsführende Vorständin von IN VIA München e. V., eingeladen. In ihrem Beitrag brachte sie Perspektiven aus der zivilgesellschaftlichen Arbeit mit Frauen und Mädchen ein und setzte wichtige inhaltliche Akzente zu Empowerment, sozialer Teilhabe und struktureller Unterstützung.
Auf dieser Basis entstehen erste Prototypen für Bildungsangebote, Mentoring-Programme, digitale Tools oder Kampagnen, die insbesondere junge Frauen frühzeitig für finanzielle Eigenständigkeit sensibilisieren sollen.
Beratung und Mentoring durch ZONTA
Ein zentrales Element der Projektwoche ist der direkte Beratungs- und Mentoringkontakt: ZONTA-Frauen bringen ihre beruflichen Erfahrungen, internationalen Perspektiven und ihr langjähriges Engagement für Gleichstellung in die Zusammenarbeit mit den Studierenden ein. In Kleingruppen geben sie Feedback zu Projektideen, teilen Best Practices aus dem ZONTA-Netzwerk und unterstützen bei der realistischen Einschätzung von Wirkung und Zielgruppen.
So entstehen gemeinsame Lernräume, in denen ökonomische Bildung, soziale Kompetenzen und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verknüpft werden. Gleichzeitig erleben ZONTA-Mitglieder, wie ihre Erfahrungen in innovative, zukunftsorientierte Formate übersetzt werden, die auch über die TUM hinaus Wirkung entfalten können.
Ziel: Nachhaltige Impulse gegen Frauenaltersarmut
Ziel der Initiative ist es, langfristig übertragbare Formate zu entwickeln, die Frauen auf dem Weg zu finanzieller Eigenständigkeit unterstützen – von Wissen über Rentenlücken bis hin zu Strategien gegen Unterbezahlung und unfreiwillige Teilzeit. Die besten Projektideen werden in einer Pitch-Veranstaltung präsentiert und sollen anschließend gemeinsam mit Partnern aus dem ZONTA-Netzwerk und der TUM weiterentwickelt und skaliert werden.
Mit dieser Kooperation leisten TUM und ZONTA einen konkreten Beitrag dazu, Studierende zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern sozialen Wandels zu machen und einen sichtbaren Impuls gegen die wachsende Altersarmut von Frauen zu setzen.
„Uns geht es nicht nur darum, ein wichtiges Thema sichtbar zu machen, sondern nachhaltige Lern- und Veränderungsprozesse anzustoßen. Wenn Studierende gemeinsam mit engagierten Frauen Lösungen entwickeln, entstehen Formate, die langfristig wirken und gesellschaftlichen Wandel mitgestalten“, so Dr. Schwarz.
Fazit der Projektwoche: Starke Ideen und neue Perspektiven
Die Projektwoche im Rahmen des Power-Breezer–TUM-meets-ZONTA-Projekts ist äußerst erfolgreich verlaufen und hat eindrucksvoll gezeigt, welches kreative Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Studierenden, dem Gender Equality Office und der ZONTA Community steckt. Den Abschluss bildete eine Pitching-Veranstaltung am Freitag, 16. Januar 2026, bei der drei Projektideen vorgestellt wurden, die das Engagement für Chancengleichheit und die Sichtbarkeit von Frauen nachhaltig weitertragen sollen.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie fruchtbar die Kooperation zwischen dem Gender Equality Office der TUM und ZONTA für die Entwicklung innovativer Formate und neuer Impulse ist. Die präsentierten Ideen reichen von Bildungs- und Empowermentansätzen bis hin zu öffentlichkeitswirksamen Formaten und bilden eine solide Grundlage für die Weiterentwicklung gemeinsamer Aktivitäten.
„Die Projektwoche hat gezeigt, wie viel kreative Energie freigesetzt wird, wenn wissenschaftliche Perspektiven, Praxiserfahrungen und gesellschaftliches Engagement zusammenkommen. Die Ergebnisse sind nicht nur überzeugend, sondern bieten großes Potenzial für nachhaltige Wirkung“, resümiert Dr. Schwarz.
Kooperation mit Zukunft
Mit dem Abschluss der Projektwoche ist die Zusammenarbeit zwischen dem Gender Equality Office der TUM und ZONTA keineswegs beendet. Vielmehr markiert das Projekt einen Ausgangspunkt für weitere gemeinsame Aktionen, Ausstellungen und Empowerment-Projekte an der TUM. Auf Basis der entstandenen Ideen eröffnen sich neue Perspektiven für langfristige Kooperationen, die Gleichstellung, Sichtbarkeit und Teilhabe weiter stärken sollen.
„Für uns fühlt sich diese Kooperation nicht wie ein Abschluss an, sondern wie ein Anfang. Die Projektwoche hat ein starkes Fundament gelegt, auf dem wir gemeinsam weiter aufbauen können“, so die TUM-Frauenbeauftragte.
Sichtbares Zeichen: Kunstwerk „Mathilda“
Ein besonderer visueller Akzent der Projektwoche war das Kunstwerk „Mathilda“ der Künstlerin Angelika Littwin-Pieper aus Feldafing. Als zentraler Blickfang bereicherte es das Projektumfeld und setzte ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit, Selbstbewusstsein und die Würdigung von Frauen im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext. Damit unterstreicht das Kunstwerk die inhaltlichen Ziele der Initiative auf eindrucksvolle Weise.